Aktuelle Buchempfehlungen



  "Kleine deutsche Geschichte"
Hagen Schulze
dtv 8/2006, 8,50 Euro
Wer die Gegenwart verstehen will, muss die Vergangenheit kennen. Nach den turbulenten Entwicklungen der letzten Jahre mit der Entstehung eines neuen deutschen Nationalstaats und auch im Blick auf die Zukunft in der EU ist das wichtiger denn je. Dem Autor ist es gelungen, 2000 Jahre deutscher Geschichte von den Anfängen bis zur Vereinigung des geteilten Deutschland im Jahre 1990 zusammenzufassen, in ihren Grundzügen dazustellen und alle wesentlichen Aspekte prägnant und anschaulich zu schildern. Gebündelte Information führt so zu solidem Wissen.
Ein wirklich hervorragendes Buch, das alles beinhaltet, was die "deutsche Geschichte" und die "deutsche Frage" ausmacht, exzellent geschrieben vom Professor für Neuere Geschichte Hagen Schulze.
256 Seiten
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  "Deutschlands Wiederkehr"
Eine ungteilte Nachkriegsgeschichte 1945 - 1990
Peter Bender
Klett-Cotta 2007, 23.50 Euro
Die erste gesamtdeutsche "ungeteilte" Nachkriegsgeschichte überhaupt
Der bekannte Journalist und Historiker Peter Bender hat erstmals die Geschichte der beiden deutschen Staaten zu einer Geschichte Deutschlands zusammengedacht.
Er berücksichtigt die DDR im gleichen Maße wie die Bundesrepublik, seine Fragen gelten Deutschland, das "mehr ist als die Summe seiner Teile".
Als Zeitzeuge, der den gesamten Prozess beruflich mitverfolgt hat, gelingt ihm eine besonders lebendige, kenntnisreiche und anschauliche Darstellung.
Wo war eigentlich Deutschland, bevor sich im Oktober 1990 Bundesrepublik und DDR vereinigten? War es nur noch ein Wort oder blieb es eine Kraft? Von der Antwort hängt viel für die Gegenwart ab, die immer häufiger nach Heimat, Nation und Patriotismus fragt. Die Deutschen wollen sich ihrer selbst vergewissern, dafür müssen sie wissen, wie weit sie auf Deutschland bauen können, wenn sie die immer noch fehlende innere Einheit erreichen und zur Nation werden wollen.
Anschaulich wird all dies durch die zahlreichen Anekdoten und Geschichten hinter der Geschichte, die der Autor mit den notwendigen Fakten verdichtet. Kenntnisreich und elegant bringt Peter Bender die komplexen geschichtlichen Sachverhalte auf den Punkt.
Peter Bender hat als Historiker und Journalist die deutsche Nachkriegsgeschichte nicht nur publizistisch begleitet.
Als Vertrauter von Egon Bahr und anderer Politiker muss er als einer der Vordenker der Ostpolitik angesehen werden.
"Was war das für'ne Einigkeit, als wir geteilt noch waren. "Kabarett "Die Distel", 1990

 



  "Deutsche Gesellschaftsgeschichte"
Von 1949 - 1990 5 Bde.
Hans-Ulrich Wehler
Beck 2008, 35,90 Euro
Hans-Ulrich Wehlers Deutsche Gesellschaftsgeschichte gehört zu den herausragenden historischen Werken unserer Zeit. Vor rund zwanzig Jahren erschien der erste Band über Deutschland von 1700 bis 1815 und wurde sofort ein großer Erfolg. Mit diesem eindrucksvollen fünften Band gelangt ein epochales Werk zum Abschluss, das mehr als dreihundert Jahre deutscher Geschichte umspannt und eine ganze Generation von Historikern geprägt hat. Es wird auf lange Sicht kaum ein anderes Werk geben, das in vergleichbarem Umfang die deutsche Geschichte zur Darstellung bringt. Wehlers tragendes Konzept ist gleich geblieben - und es trägt auch für die Zeit nach 1945: Politische Herrschaft und Kultur, Wirtschaft, soziale Ungleichheit stehen im Zentrum der Darstellung, die immer wieder die Frage umkreist, wie Herrschaft organisiert wird und welche soziale Realität sie hervorbringt. Dass dabei das Urteil über die DDR höchst kritisch ausfällt, mag nicht weiter überraschen. Doch auch die Bundesrepublik, so zeigt sich, weist bei aller demokratischen Verfasstheit überraschende Kontinuitäten sozialer Schichtung und Ungleichheit auf. Das gern gepflegte Bild von der offenen Gesellschaft mit Aufstiegsmöglichkeiten für jedermann erweist sich bei genauerer Betrachtung als empirisch wenig stichhaltig - vor allem die Kontinuität der Eliten und der Besitzverhältnisse ist, wie Wehler herausarbeitet, ein Kennzeichen auch der westlichen Demokratie der Nachkriegszeit.
  Ein wenig Werbung in eigener Sache sei erlaubt... <  


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