Die römischen Götter -1-
(alphabetisch)


Bei der vorherrschenden Vielzahl sind hier nur die "wichtigsten" römischen Gottheiten und, soweit möglich, ihre griechischen "Entsprechungen" sowie deren "Bedeutungen" aufgeführt.

Römisch Griechisch Bedeutung
Apollo Apollon (Phoibos) Sohn des Zeus und der Leto, Zwillingsbruder der Artemis.
Gott des Lichtes (Helios - Sonne) und des Frühlings, der sittlichen Odrnung/Reinheit und Gesetzmäßigkeit, der Weissagung und der Musik, des Gesanges und der Dichtung, Helfer im Krieg, Beschützer der Herden u.v.m.
In Rom war die Übernahme des griech. Gottes Apollon bereits zu Beginn des 5. Jh. v. Chr. Tatsache (496 Befragung der sibyllinischen Bücher und Gelobung eines Tempels). Der Apollo-Kult in Kyme (Cumae) war mit dem Orakel der (cumanischen) Sibylle verbunden.
Im Rahmen des sittlich religiösen Reformwerkes des Kaisers Augustus nahm der staatliche Kult Apollos, der zugleich von der kaiserlichen Familie besonders verehrt wurde und im Jahre 28 v. Chr. einen neuen prächtigen Tempel auf dem Palatin erhielt, eine hervorragende Stellung ein.
Aeolus Ailous Gott der Winde.
Aiolus - Stammvater der Aioler - wurde von Zeus als Behrrscher der Winde eingesetzt und lebt auf den sagenhaften Aiolosinseln.
Aurora Eos Die Göttin der Morgenröte.
(Die griech. Eos ist eine Tochter des Titanen Hyperion und der Titanin Theia, Schwester des Helios und der Selene).
Sie lebt in der Phantasie der Hellenen als schöne junge Frau, deren Kleidung in Rosenrot, Safrangelb und Gold schimmern; im Fluge oder in einem Wagen legt sie ihre Bahn zurück; der Morgenstern eilt ihr voran.
Ceres Demeter Göttin des Ackerbaus, der Fruchtbarkeit, Erdmutter.
Ceres entspricht der griechischen Demeter (Mutter Erde, Tochter des Kronos und der Rheia - Mutter der Persephone).
Ihr Kult wurde in Rom zu Beginn des 5. Jahrhunderts offiziell übernommen. Wie Demeter war die italische Ceres vielleicht nicht nur Göttin des Wachstums, sondern auch chthonische Gottheit. Nach dieser Auffassung ließ sie gleich der italischen Tellus oder Terra Mater das Lebendige aus ihrem Schoß hervorgehen, um es nach dem Tode wieder zu sich zu nehmen. Ceres war ferner wie Demeter als Fruchtbarkeitsgottheit auch Göttin der Ehe und galt als Gesetzgeberin.
Der Tempel der Ceres stand auf dem Aventin und war gleichzeitig den Gottheiten Liber und Libera geweiht.
Das Fest dieser Götterdreiheit waren die Cerealia am 19. April.
Diana Artemis Göttin der Jagd, des Wachstums, der Geburt und der freien Natur; später auch Mond- und Nachtgöttin.
(Die griech. Göttin Artemis war eine Tochter des Zeus und der Leto, Zwillingsschwester des Apollons).
Diana hatte Kulte in Rom und Latium. Ihr Tempel auf dem Aventin war das Heiligtum des Latinischen Bundes, der seit Servius Tullius unter ihrem besonderen Schutz stand. Ihr Fest fiel auf den 13. August, den Stiftungstag des Tempels.


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Römisch Griechisch Bedeutung
Faunus Pan Altlatinischer Gott der freien Natur, Beschützer der Hirten und Bauern, ihres Viehs und ihrer Äcker. Aber auch Gott der Fruchtbarkeit und Geschlechtslust.
Faunus wurde dem griechischen Pan angeglichen (griech. Wald- und Weidegott, Sohn des Hermes und einer Nymphe).
Das Hauptfest des "Wolfsgottes" Faunus in Rom waren die Lupercalia am 15. Februar; sie galten u.a. als Sühne- und Reinigungsfest, das dem Monat Frebruar seinen Namen gab (februare=reinigen).
Hercules Heracles Held der griechischen Sage, unter die Götter aufgenommen; Gott der Athletik (des Sports), des Handels und Verkehrs.
Der römische Hercules (vom griech. Heracles - Sohn des Zeus und der Alkemene) wurde aus einem zuvor eher "privaten Kult" mit einem Tempel am Fuße des Aventin im Jahre 312 v. Chr. vom Censor Appius Claudius Caecus aufgrund seiner großen Beliebtheit in den römischen Staatskult übernommen.
Iuno Hera Gemahlin (und Schwester) des Zeus, Tochter der Kronos und der Rheia; Göttin der Ehe und der Familie.
Die römische Iuno ist eine altitalische Gottheit, nach der wahrscheinlich der Monat Juni benannt ist, und die von den römischen Dichtern mit den meisten aus dem griechischen Mythos der Hera bekannten Zügen versehen wurde.
Mit Iupiter und Minerva wurde Iuno in dem ältesten römischen Staatsheiligtum auf dem Kapitol verehrt. Sie war wie die griechische Hera Göttin der Ehe, Schutzherrin des hochzeitlichen Brauchtums und der Ehefrauen sowie Göttin der Geburten (Iuno Lucina). Als Iuno Regina schützte sie die Stadt Rom und das ganze römische Reich. Von verschiedenen Ermahnungen, die sie den Römern gegeben haben soll, hatte Iuno Moneta ihren Beinamen, deren Tempel auf der Burg nordwestlich des Kapitols stand; in ihm befand sich die römische Müzstätte. Alle Monatsersten (Kalenden) waren der Iuno heilig. Am 1. März feierten die römischen Hausfrauen zu Ehren der Iuno Lucina das Familienfest der Matronalien.
Iup(p)iter Zeus Oberster Gott; Gott des Himmels, des Lichtes, des Blitzes etc.
Iupiter war der lateinische Name des indogermanischen Licht- und Himmelsgottes, griechisch: Zeus ( Sohn des Kronos und der Rheia, höchster griech. Gott), dessen Mythos die römischen Dichter übernahmen.
Dem Iupiter waren alle Iden (Vollmondstage) heilig; er war nicht nur Gott des Tageshimmels, sondern auch des nächtlichen Lichtes, sandte Blitz und Donner, war Schirmherr von Recht und Sitte sowie Schwurgott. Als Iupiter Stator verlieh der dem kämpfenden Heere Widerstandskraft und als Iupiter Victor den Sieg.
Iupiter Optimus Maximus (der Beste und Größte) war in geschichtlicher Zeit der Hauptgott Roms, der zusammen mit Iuno und Minerva im ältesten Tempel des römischen Staatskultes auf dem südlichen Teil des kapitolinischen Hügels verehrt wurde. Dieser Tempel nahm im politischen Leben Roms eine wichtige Stellung ein. Hier versammelte sich der Senat zu Kriegserklärungen, hier leistete der Feldherr Opfer und Gelübde vor seiner Abreise in die Provinz, hier wurden internationale Verträge ausgehängt. Der triumphierende Feldherr fuhr als lebendiges Abbild des Iupiter Optimus Maximus im Wagen zum kapitolinischen Tempel des Gottes hinauf.
Iupiter zu Ehren wurden die "ludi Romani" (vom 4. bis 19. Sept.) gefeiert.
In der Kaiserzeit wurde Iupiter Optimus Maximus (I.O.M.) vielen fremden Göttern gleichgesetzt, z.B. I.O.M. Hammon (Hammon von Kyrene), I.O.M. Serapis, Sabazios und I.O.M. Dolichenus.


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Römisch Griechisch Bedeutung
Luna Selene Römische Mondgöttin
Die römische Luna wurde der griechischen Selene gleichgesetzt (Selene, Tochter des Titanen Hyperion und der Titanin Theia, Schwester des Helios).
Luna hatte einen von König Servius Tullius errichteten Tempel auf dem Aventin.
Magna Mater Kybele Große Mutter oder Mutter der Götter.
Als ursprünglich phrygische Gottheit wanderte Kybele am Ende des 3. Jh. v. Chr nach Rom - ihr feierlicher Einzug fiel in das Jahr 204 v. Chr. - wo sie mit der einheimischen Ops (römische Göttin der Saaten und Ernten) verschmolz. Der der Göttin heilige Meteorstein wurde im Tempel der Victoria auf dem Palatin und später in einem eigenen Heiligtum verehrt. Kybele, in Rom zumeist als Magna Mater Deum Idea (Große Göttermutter vom Berge Ida) bezeichnet, die aus der angeblichen Heimat des römischen Volkes (Kleinasien) gekommen war, erhielt einen Staatskult, als dessen Träger insbesondere die römische Nobilität auftrat. Die orgiastische Seite des Kybele-Kultus wurde in Rom zunächst stark eingeschränkt; seit Beginn der Kaiserzeit jedoch konnte sich der Kybele-Kult in Rom auch in seinen ekstatisch-orgiatischen Formen frei entfalten. Römische Bürger übernahmen den Posten des Archigallus, der in jeder Stadt an der Spitze der Gallen, der Attis-Kybele-Diener (Attis - Geliebter der Kybele), stand. Das große Frühlingsfest zu Ehren der beiden phrygischen Gottheiten wurde im kaiserzeitlichen Rom mit großem Prunk gefeiert. Die Überlieferung bringt diese Veränderung mit dem Eingreifen des Kaisers Claudius in Zusammenhang.
Mars Ares Römischer Kriegsgott.
Der italische Bauerngott Mars, zu dem man um gedeihliches Wachstum in Feld und Stall betete, wurde in Rom zum Kriegsgott und dem griechischen Ares (Sohn des Zeus und der Hera) gleichgesetzt.
Die Römer verehrten in Mars als Vater des Romulus und Remus (von der Vestalin Rhea Silvia) ihren Ahnherr. Neben Iupiter und Quirinus (vermutlich alter Stammes-Kriegsgott der auf dem Quirinal wohnenden Sabiner) wurde er der wichtigste Nationalgott, der dem aufstrebenden Volk von Rom in seinen zahlreichen Kämpfen Sieg verlieh und den römischen Staat schützte.
Auf dem Marsfeld (campus Martius), das dem Kriegsgott geweiht war, fanden die großen Heeresversammlungen statt.
Nach Mars wurde der Monat März benannt; in diesem Monat fanden auch seine Festtage statt. Weitere Festtage waren der Equus October am 15. Oktober sowie das Armilustrium (Waffenweihe) am 19. des Monats.
Merkur Hermes Römischer Gott des Handels und Verkehrs, Beschützer der Kaufleute (und Diebe); Götterbote.
Der römische Merkur wurde dem griechischen Hermes (Sohn des Zeus und der Maia) gleichgesetzt.
Nach ihm wurde der schnellste Planet unseres Sonnensystems benannt.
In Griechenland zählte Hermes zu den ältesten und beliebtesten Gottheiten.
Minerva Athene Minerva war die Göttin der Weisheit, Schirmherrin der Wissenschaften und der Kunst.
Es handelt sich um eine italische Göttin, die seit dem 3 Jh. v. Chr. der griechischen Athene (Tochter des Zeus - oft "Pallas" = Mädchen Athene oder Athena genannt) gleichgesetzt wurde.
In dem 509 v. Chr. eröffneten Tempel der vermutlich aus Etrurien stammenden Götterdreiheit auf dem Kapitol hatte Minerva ihre Cella (Raum für das Kultbild) rechts neben Iupiter, so wie Iuno die ihre links. Der Stiftungstag ihres Tempels auf dem Aventin war zugleich das Hauptfest der Minerva in Rom, die sogenannten Quinquatrus (19. bis 23. März). Es war ein Fest der Künstler und Handwerker; den Lehrern wurde ihr Jahreshonorar ausgezahlt, die Schüler hatten Ferien.
Minerva war aber auch wie die griechische Athene Kriegsgöttin.


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Römisch Griechisch Bedeutung
Neptun Poseidon Gott des Meeres, dem griechischen Poseidon entsprechend (Sohn des Kronos und der Rheia).
Neptun galt bei den Römern auch als Gott der Rennbahnen und hatte einen Tempel am Circus Flaminius. Sein Fest wurde am 23. Juli gefeiert.
Pluto Hades Gott der Unterwelt.
Pluto entspricht dem griechischen Hades, dem Sohn des Kronos und der Rheia, Gemahl der Persephone. Er erhielt bei der Teilung der Welt unter die drei Söhne des Kronos (Zeus, Poseidon, Hades) die Unterwelt, wo er über die Seelen der Toten herrscht.
Proserpina Persephone Göttin der Unterwelt.
Die griechische Proserpina, Tochter des Zeus und der Demeter, wurde von den Römern Persephone genannt; sie ging eine Verbindung der der einheimischen Libera ein.
Sol Helios Römischer (sabinischer) Sonnengott.
Sol wurde dem griechischen Helios (Sohn des Titanen Hyperion und der Titanin Theia) gleichgesetzt.
In Rom hatte Sol einen Tempel auf dem Quirinal und als Schutzherr der Pferdegespanne einen Tempel im Circus maximus. In der Kaiserzeit übernahmen die Römer unter dem Namen des Sol invictus, aeternus oder divinus verschiedene orientalische Sonnengottheiten (z. B. Mithras). Kaiser Antoninus Pius ließ für den syrischen Baal von Baalbek (= Heliopolis), in dem die Götter Zeus und Helios gleichzeitig verehrt wurden, riesige Tempelbauten errichten. Kaiser Elagabal erhob den Sonnengott von Emesa (Syrien), dessen Priester er war und dessen Namen er selbst trug (Elagabal = Heliogabal), als Sol invictus zum obersten römischen Staatsgott. Schließlich führte Kaiser Aurelian nach dem Sieg über die Königin Zenobia von Palmyra (273) den Sol Malachbel als Staatsgott in Rom ein. Aurelian selbst ließ sich als invictus bezeichnen und trug auf Münzen die Strahlenkrone des Helios.
Venus Aphrodite Göttin der Liebe und der Schönheit.
Venus, altitalische Göttin des Frühlings und der Gärten, wurde der griechischen Aphrodite gleichgesetzt, von der sie allmählich auch die aus dem griechischen Mythos geläufigen Eigenschaften und Beziehungen übernahm. Mit dieser Hellenisierung des Venusdienstes wurde aus der Gartengöttin die Göttin der Liebe; Venus erscheint gemeinsam mit Mars bei dem großen Lectisternium (Göttermahlzeit) vom Jahre 217 v. Chr. Zwei Jahre später wurde der Venus Erucina (vom sizilischen Berg Eryx) der erste Tempel auf dem Kapitol geweiht. Besonders gefördert wurde die Verehrung der Venus durch die politisch führenden Männer Roms im ersten vorchristlichen Jahrhundert, nämlich Sulla, Pompeius, Caesar und Augustus. Caesar leitete sein Geschlecht, die gens Iulia, von Aeneas ab, dem Sohn des Anchises und der Venus und ließ 46 v. Chr. auf dem Forum Iulium den Tempel der Venus Genetrix erbauen. Der von Augustus gegründete Tempel des Mars Ultor diente gleichzeitig der Verehrung der Venus Genetrix.


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Römisch Griechisch Bedeutung
Vesta Hestia Göttin des (Staats-)Herds.
Vesta war eine der ätesten Göttinen, die in Rom verehrt wurden. Der Vesta-Tempel, dessen Bau man dem Romulus oder Numa Pompilius zuschrieb, lag am Fuße des Palatins in unmittelbarer Nähe des Amtshauses des Pontifex Maximus und des Hauses der Vestalinnen. Dieser kleine Rundtempel enthielt kein Götterbild, sondern beherbergte nur den Staatsherd mit dem heiligen Feuer, für dessen dauernde Unterhaltung die Vestalinnen sorgen mussten. Das Feuer ausgehen zu lassen, galt für die Vestalinnen als schweres Verbrechen. Die sechs Vestalinnen mußten während ihrer Priesterschaft völlige geschlechtliche Enthaltsamkeit üben; eine Verletzung dieser Pflicht wurde mit dem Tode bestraft. Sie genossen verschiedene Ehrenrechte (Führung eines Liktors, Ehrensitze bei öffentlichen Spielen usw.) und besaßen auch große Autorität in weltlichen Angelegenheiten.
Das Fest der Göttin, die Vestalia, wurde in Rom am 9. Juni gefeiert.
Vulcanus Hephaistos Gott des Feuers.
Vulcanus wurde von den Etruskern übernommen und später dem griechischen Hephaistos (Sohn des Zeus und der Hera) gleichgesetzt. Wie Hephaistos ist Vulcanus das Element Feuer selbst und zugleich der Herr des Feuers sowie der kunstfertige Schmied. Das Volcanal, eine überdachte Feuerstelle neben dem Comitium, war die älteste Kultstätte des Gottes in Rom. Einen Tempel hatte Vulcanus auf dem Marsfeld, wo auch das Hauptfest des Gottes, die Volcanalia, am 23. August stattfand, bei dem lebende Tiere (Fische) ins Feuer geworfen wurden.





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