Römische Maße/Gewichte und Namen


Maße/Gewichte   Namen  



Maße/Gewichte

Längenmaße

Kleinstes Längenmaß war der:
digitus = Fingerbreit (< 2 cm).
4 digiti = Handfläche.
16 digiti = 1 pes = Fuß (normalerweise 29,57 cm).
5 pedes = 1 passus (wörtlich "Schritt", tatsächlich "Doppelschritt" < 1,50 m).
1000 passus (mille passus oder milia passuum Abk.: MP) = 1 Meile (1,4785 km).

Landvermesser benutzten Längeneinheiten von 120 pedes = 1 actus = 35,484 m.

Flächenmaße

Zur Bemessung von Landflächen wurde sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Landvermessung das Joch verwendet:
1 iugerum = 0,252 ha.
1 heredium = 2 iugera = 0,504 ha.
1 centuria = 100 heredia = 200 iugera = 50,4 ha.
Das heredium wurde in der Praxis nur selten verwendet; die centuria schwankte zwar zwischen 50 und 400 iugera, wurde aber meistens mit 200 iugera berechnet.

Hohlmaße

4 cochleria (Löffel) = 1 cyathus , etwa 0,0455 Liter.
3 cyathi = 1 quartarius, etwa 0,137 Liter.
2 quartarii = 1 hemina, etwa 0,273 Liter.
2 hemniae = 1 sextarius, etwa 0,546 Liter.
6 sextarii = 1 congius, etwa 3,275 Liter.
8 congii = 1 amphora, etwa 26,2 Liter (exakt ein römischer Quadratfuß).
20 amphorae = 1 culleus, etwa 524 Liter.

Ein empfehlenswertes kleines Büchlein, nicht nur für die römische Zeit, sondern die gesamte Antike, ist "Mathematik, Maße und Gewichte in der Antike".



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Namen



Gebräuchliche Abkürzungen:

A.Aulus
App.Appius
C.Gaius
Cn.Gnaeus
D.Decimus
K.Kaesio
f.filius (Sohn)
L.Lucius
M.Marcus
M'.Manius
Mam.Mamercus
N. oder Num.Numerius
n.nepos (Neffe)
P.Publius
Q.Quintus
Ser. oder Serv.Servius
S. oder Sex.Sextus
Sp.Spurius
T.Titus
Ti. oder Tib.Tiberius

Der Name der freigeborenen römischen Bürger bestand seit etwa dem 300 Jhd. v. Chr. aus drei Teilen:
praenomen (Vorname)
nomen gentile (Name der gens, der sie angehörten)
cognomen (Beiname)
Die Anzahl der "praenomen" war relativ gering (18 s.o.), und man beschränkte sich ab dem fünften Nachkommen in der Regel nur noch auf die Nummerierung wie Quintus, Sextus, etc. In Verbindung mit dem "nomen gentile" und "cognomen" wurde das "praenomen" gewöhnlich abgekürzt.
Bei der Anrede wurde nur das "cognomen" benutzt; das "nomen gentile" (ursprünglich ein Adjektiv) bezeichnete die Zugehörigkeit zu einer "gens" (Geschlecht), z. B. Claudius zur "gens Claudia". Anfangs eine spöttische Anspielung auf bestimmte Eigenarten des Trägers (Brutus = Dummkopf, Plautus = Plattfuß), wurde das "cognomen" später erblich und bezeichnete die Unterabteilung einer "gens". Diesen drei Namen wurden mitunter noch weitere Beinamen hinzugefügt, beispielsweise für besondere Taten oder Siege (Africanus, Germanicus...). Nach einer Adoption übernahm der Adoptierte das "nomen gentile" und trug zusätzlich seinen ursprünglichen Gentilnamen als "cognomen" mit dem Suffix "-ianus" weiter (Aemilius - Aemilianus).
Töchter trugen keine Vornamen, sondern führten den Familiennamen des Vaters, wobei man mehrere Töchter durch den Zusatz "maior, minor" usw. unterschied.
Erst ab der römischen Kaiserzeit wurde nach orientalischer Sitte zu den offiziellen, mehrgliedrigen Namen noch ein Rufname (supranomen oder signum) geführt.


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